Kirchweih mit den „Dietersdorfer Fußballsackhüpfern“

Feier wurde trotz des kuriosen Wetters ein Riesenspaß — „Europameisterschaft“ der besonders schwierigen Art – 14.07.2012 11:11 Uhr

DIETERSDORF – Wenn die Vorbereitungen zur Dietersdorfer Kärwa stimmten, die Durchführung geklappt hat und der Publikumserfolg vorhanden war, „dann hat’s scho passt“, so Oberkärwabou Georg Fleischmann, genannt „Schosch ohne r“. Nur am Wetter müssen die Dietersdorfer Kärwaboum und -madli noch arbeiten. Von extrem sonnig und heiß bis gewittrig mit Dauerregen — alles war wettertechnisch vertreten.

Bierzelttische stellten die Bande des Spielfeldes. Die Mannschaften hatten eine „mords Gaudi“ bei der Dietersdorfer Fußballsackhüpfer-EM. Die Reichenbacher bereiten gerade das Siegestor gegen die Volkersgauer vor.

Doch die Dietersdorfer ließen sich ihre Dorfkärwa trotz vieler Parallelveranstaltungen nicht vermiesen. Auch wenn Oberbürgermeister Matthias Thürauf verkehrsbedingt den nördlichsten Stadtteil erst sehr spät erreichte und somit den Bieranstich während des bereits laufenden Kärwabetriebs durchführte, zeigten die Gäste und Kärwamacher beste Laune bei absoluter Spontaneität.

Diese Spontaneität gemixt mit einer großen Portion Organisationstalent zog sich durch die ganze Dietersdorfer Kärwa. „Da kann kommen was will, irgendeine Idee führt immer zu neuen Wegen und Zielen“, so die Kärwaboum. Malheurs kennen die Dietersdorfer Kärwaboum und -madli nicht. Und wenn doch einmal eines geschieht? „Dann machen wir es wie die Gallier: Erst kämpfen und dann gemeinsam feiern“, erklärte „Schosch ohne r“.

Die extreme Hitze beim Baumaufstellen hatte den Vorteil, dass der Schweiß sofort verdunstete. Dennoch schafften es die Kärwaboum die in den fränkischen Farben rot und weiß geschmückte Fichte in die Senkrechte zu bringen. Dafür mussten die Kärwmadli öfters kühle Getränke herbeischaffen.

Dagegen fielen die Baumwache und der Sonntag sprichwörtlich ins Wasser. Extreme Sturmgewitter und Dauerregen machten es unmöglich, das geplante Programm so durchzuführen. Der vor dem Zelt aufgeschüttete Sand entwickelte sich zum nassen Treibsand und der orientalische Teppich am Zelteingang hatte nur noch symbolischen Charakter. Es war einfach Land unter.

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Dafür waren die Kärwaspiele eine Hommage an die Fußballspieler der Deutschen Mannschaft und die EM 2012. Ein mit Bierzelttischen abgetrenntes Spielfeld mitten im Bierzelt und jeweils drei Spieler pro Kärwamannschaft brachten eine fränkische „mords Gaudi“ bei den Kärwaspielen.

Leider mussten die Fußballspieler einen alten Getreidesack überziehen, was letzten Endes das fußballerische Dribbeln erschwerte und mit zunehmender Spielzeit und schwindenden Kräften bei den Spielern zu leichten Standproblemen führte.

1:0 für Reichenbacher

Eine solche Gaudi bei Kärwaspielen war seltenst beim Publikum und bei allen Beteiligten zu spüren. Alle fieberten mit, schließlich wollte jeder „Dietersdorfer Fußballsackhüpfer“ werden. Sieger im Finale wurde die Reichenbacher Mannschaft mit einem 1:0-Sieg gegen das Team aus Volkersgau. Mit seinen spontanen Kommentaren im tiefsten Urfränkisch und den sich während des Spielverlauf entwickelnden Spielregeln heizte Kärwabou „Maggala“ die Stimmung gewaltig an. Schließlich feierten ihn die Mannschaften als den „Béla Réthy“ der Dietersdorfer Fußballsackhüpfer-EM.

Am Montag verlief die Kärwa zum Ausklang dafür etwas ruhiger, schließlich zehren vier Tage Dauerbetrieb an den Durchhaltereserven. Kurzweilig war die fünfte Jahreszeit in Dietersdorf auf alle Fälle und die Besucher erlebten fränkische Urgaudi.

KLAUS WALDMÜLLER

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

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