12.12.2018 – Stromtrasse: Bürger im Zwieseltal wollen mitreden

Stromtrasse: Bürger im Zwieseltal wollen mitreden

Infoabend zur Höchstspannungstrasse in Dietersdorf – Initiative soll gegründet werden – 12.12.2018 15:19 Uhr

DIETERSDORF/WOLKERSDORF – Bürgerinnen und Bürger aus dem Bereich Dietersdorf und Wolkersdorf wollen Anfang 2019 eine Bürgerinitiative gründen. Ihr Ziel: Die geplante Höchstspannungstrasse P53, auch “Juraleitung” genannt, soll Mindestabstände zur Wohnbebauung einhalten. Dies ist das Ergebnis einer Informationsveranstaltung der Schwabacher SPD in Dietersdorf.

Die jetzige Stromleitung läuft, wie hier in Wolkersdorf, teils durch den Wald und nahe an Wohnhäusern vorbei. Für die neue Trasse fordern Bürger größere Abstände. Zudem soll auf Rodungen möglichst verzichtet werden.

Die jetzige Stromleitung läuft, wie hier in Wolkersdorf, teils durch den Wald und nahe an Wohnhäusern vorbei. Für die neue Trasse fordern Bürger größere Abstände. Zudem soll auf Rodungen möglichst verzichtet werden. © Foto: Wilhelm

P53 ist eine bestehende 220 kV Wechselspannungs-Freileitung in Bayern zwischen Raitersaich, Ludersheim, Sittling und Altheim (Landkreis Landshut). Für die Umsetzung der Energiewende hat die Bundesregierung 2015 per Gesetz die deutliche Erhöhung der Übertragungskapazität beschlossen.

Die Folge für Schwabach: Die im Norden verlaufende 220-kV-Leitung soll auf 380 kV aufgerüstet werden.

Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Projekt, der Mindestabstand zur Wohnbebauung stellt ein großes Problem dar.

Um sich mit den Auswirkungen vor Ort zu beschäftigen, luden die SPD-Stadträte Martin Sauer, Peter Reiß, Saskia Bergmann und Dr. Gerhard Brunner Vertreter der “Bürgerinitiativen-Allianz P53”, die hier schon länger aktiv sind, in das Feuerwehrhaus in Dietersdorf ein.

Mindestabstände als Pflicht
Ziel der BI-Allianz ist die Einhaltung des bislang nur als Soll-Vorschrift definierten Abstandes von 400 Metern zu innerörtlicher und 200 Metern zu außerörtlicher Wohnbebauung. Bei der BI-Allianz P53 handelt es sich um ein Bündnis von zehn Bürgerinitiativen entlang der Stromtrasse. Vor den rund 50 Gästen des Informationsabends erklärte der Sprecher der Allianz, Markus Reuter aus Burgthann, dass die künftige Leitung mit 380 kV die sechsfache Stromstärke aufweisen werde. Die Masten würden hierfür von 30 bis 35 auf 55 bis 75 Meter erhöht.

Überspannung des Waldes?
Reuter betonte, es gehe nicht mehr um die Verhinderung der Planung: “Der Zeitpunkt dafür ist wohl ver-
strichen – wir beschäftigen uns mit der Umsetzung in die richtigen Bahnen. Wir wollen die 400-Meter-Linie als verpflichtenden Mindestabstand, nicht nur als Soll.”

Zudem stellte Reuter die Frage: “Warum ist zur Schonung von Bevölkerung und Waldbestand nicht auch die Überspannung von Wäldern möglich, um die Rodung von rund 135 Hektar Wald an der derzeitigen Trasse zu verhindern?”

“Wir freuen uns, dass heute BI-Vertreter aus Burgthann, Raitersaich, Katzwang, Wendelstein und Winkelhaid nach Dietersdorf gekommen sind – danke für diesen Input”, so Martin Sauer. “Leider hat die Stadt Schwabach hinsichtlich der Information der Bürger noch nichts veranlasst.”

“In der Diskussion stellte sich heraus, dass die anwesenden Bürgerinnen und Bürger tatsächlich mitreden und sich einbringen wollen”, so die SPD in einer Pressemitteilung.

Reiß: “Keine Parteipolitik”
Auf allseitigen Zuspruch stieß daher der Vorschlag des Vorsitzenden der Schwabacher SPD, Peter Reiß: “Es wäre sicher sehr zu begrüßen, wenn die Lücke zwischen Raitersaich und Katzwang geschlossen wird und sich vor Ort eine Gruppe von Anwohnern organisiert. Diese kann sich dann in die komplexen Planungen einmischen.” Die BI-Allianz P53 erklärte sich auch bereit, eine Bürgerinitiative aus Schwabach mit einzubinden.

“Wir werden als SPD deshalb im kommenden Jahr noch einmal zu einem Treffen einladen, um das zu ermöglichen — nicht parteipolitisch, sondern weil es hier um die Sache und die Interessen von vielen Schwabacherinnen und Schwabachern geht”, betonte Reiß. Danach soll die so ins Leben gerufene Bürgerinitiative sich selbst einbringen können.

Konkrete Planung beginnt erst
Von der Stromleitung sind auch Rohr und Wendelstein betroffen. Deshalb hat sich im Sommer auch der Rother Kreistag damit befasst. Er unterstützt die Forderung der Bürgerinitiativen nach den Mindestabständen. Auf die beharrte im Oktober auch der Umweltausschuss des Schwabacher Stadtrats.

Vertreter des Netzbetreibers Tennet erklärten, dass die konkreten Planungen erst beginnen und man den Dialog ausdrücklich wünsche. Der erste Schritt folgte im November, als Tennet mit seinem “Bürgermobil” auf dem Marktplatz war.

st/gw

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

02.10.2018 – Mitten in Dietersdorf: Kunst und Tränen auf dem Stromkasten

02.10.2018 – Mitten in Dietersdorf: Kunst und Tränen auf dem Stromkasten

Mitten in Dietersdorf: Kunst und Tränen auf dem Stromkasten

Mitten in Dietersdorf: Kunst und Tränen auf dem Stromkasten

Die Erde weint im Schwabacher Stadtteil Dietersdorf. Nicht, weil es dort nicht schön ist, ganz im Gegenteil. Die Ortsmitte attraktiver zu machen, das haben sich die Schleiers schon lange auf die Fahne geschrieben.

Jetzt hatten Reinhold, Beate und Junior Stephan Schleier wieder eine neue Idee. Aus dem tristen grauen Stromkasten der Stadtwerke Schwabach auf dem Rosa-Mihalka-Platz ist ein Kunstwerk geworden. Und auf diesem hat die Erde Grund für Tränen. Dieter Pfaff aus Katzwang, Spezialist für Spanndecken und Innenraumgestaltung sowie Künstler in der Freizeit, wurde ins Boot geholt.

Die Schreinerei ummantelte den Stromkasten, Dieter Pfaff griff zur Airbrush-Pistole. In rund 70 Stunden ist ein Bild entstanden, das sich selbst erklärt. Die Erde weint, weil immer mehr Plastikmüll die Meere verschmutzt und zu Fischsterben führt.

“Wir begrüßen Initiativen dieser Art grundsätzlich sehr”, so Thomas Ertl von den Stadtwerken. “Das Thema Umweltschutz ist für uns sehr wichtig, deshalb haben wir der Verschönerung des Stromkastens gerne zugestimmt.” Reinhold Schleier hofft nun auf einen Nachahmeffekt. Damit die Erde in Zukunft weniger oft weinen muss.

Auf dem Bild von links Thomas Ertl, Beate und Reinhold Schleier, Dieter Pfaff, Johann und Stephan Schleier sowie Florian Falkner, Mitarbeiter in der Schreinerei.

F. Peter

Mitten in Dietersdorf: Kunst und Tränen auf dem Stromkasten - Schwabacher Tagblatt 02.10.2018

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15.09.2018 – Schwabachs erste Mitfahrerbänke sind da

Schwabachs erste Mitfahrerbänke sind da

Schwabach: Dietersdorf und Wolkersdorf machen Vorreiter – 15.09.2018 15:00 Uhr

SCHWABACH/DIETERSDORF – Ganz neu ist die Idee nicht. Doch jetzt hat sie auch Schwabach erreicht. In Dietersdorf und Wolkersdorf gibt es jetzt so genannte Mitfahrerbänke.

Mitfahrerbank Dietersdorf - Interessensgemeinschaft Dietersdorf

Mitfahrerbank Dietersdorf – Interessensgemeinschaft Dietersdorf

Wer die potenziellen Mitfahrer kennt, nimmt sie vielleicht auch mit. Schwabachs erste gelbe Mitfahrerbänke stehen in Dietersdorf (Bild) und in Wolkersdorf. © Foto: Interessengemeinschaft Dietersdorf

Zwei auffallend gelbe Bänke, eine in Dietersdorf Mitte am Straßenrand, die andere in Wolkersdorf bei der Wendeschleife, dazu das jeweilige Richtungsschild, fallen sofort auf. Es sind die ersten sogenannten “Mitfahrerbänke” in Schwabach. Wer also von Dietersdorf nach Wolkersdorf will, vielleicht auch weiter nach Schwabach oder Nürnberg. In Wolkersdorf ist es ähnlich. Sieht ein Autofahrer oder eine Autofahrerin eine Person dort sitzen, so kann er/sie diese mitnehmen. Nachbarschaftshilfe auf eine ganz besondere Art.

Die Initiative kam von der Interessengemeinschaft Dietersdorf. Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nahm die Initiative auf und brachte sie in den Umwelt- und Verkehrsausschuss ein. Dort wurde der Antrag einstimmig begrüßt und verabschiedet. Die Bänke und Schilder stiftete das städtische Baureferat.

Allerdings lebt die Idee eine Mitfahrerbank nur dann, wenn auch Autofahrerinnen und Autofahrer mitmachen. Da die Menschen in der Gegend sich meistens vom Sehen her kennen, fällt es einem leichter, jemanden bei sich einsteigen zu lassen. Der Service ist kostenlos, ein Lächeln und ein “Dankeschön” sind dabei alles. Allerdings ist die Nutzung auf eigene Gefahr.

Jetzt wünschen sich die Initiatoren, dass die Mitfahrerbänke häufig genutzt werden und sich das Angebot bewährt, wie es in anderen Städten schon der Fall ist.

Schwabacher Tagblatt

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

 

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04.07.2018 – Schwabachs Waldkindergarten kommt im Herbst

Schwabachs Waldkindergarten kommt im Herbst

Stadt beteiligt sich an Kosten für “Pusteblume”-Angebot in Wolkersdorf – 04.07.2018 13:56 Uhr

WOLKERSDORF – Die letzte Hürde ist genommen: Der Schwabacher Stadtrat hat einstimmig den Bedarf für einen Waldkindergarten in Wolkersdorf festgestellt. Im Herbst kann es losgehen.

Einen Waldkindergarten wie hier in Serlbach bekommt nun auch Schwabach in Wolkersdorf (Archivfoto).© Horst Linke

Das Projekt wird geplant und durchgeführt vom Verein “Pusteblume” und hatte bereits im Jugendhilfeausschuss grünes Licht bekommen. Nachdem der Stadtrat nun ebenfalls zugestimmt hat, kann es losgehen.

Die Stadt hat sich damit verpflichtet, die Betriebskosten des Kindergartens zu bezuschussen. Die Betriebserlaubnis ist dem Verein bereits zugegangen.

Waldkindergarten will mit 20 Kindern starten
Ein Grundstück ist vorhanden, ebenso ein Unterschlupf für den Fall eines Unwetters: der Dietersdorfer Gemeindesaal. Auf seiner Website hat der Verein nun einen Aufruf veröffentlicht: Ab 1. September, gegebenenfalls auch etwas früher, wird eine Erzieherin, ein Erzieher oder eine Kinderpflegerin, ein Kinderpfleger (staatlich anerkannt, auch gleichwertige Ausbildung ist willkommen) in Voll- oder Teilzeit für den Kindergarten gesucht. Dort können interessierte Eltern ihre Kinder auch vormerken lassen.

Es wird zwar einen Bauwagen zum Lagern von Material und einen Unterstand geben. Der Grundgedanke des Waldkindergartens ist aber, dass die Kinder so viel Zeit wie möglich draußen verbringen sollen. Der Kindergarten soll eine Kapazität von 25 Plätzen haben, zum Einstieg plant Cora Weber von der “Pusteblume” zunächst mit 20 Kindern.

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Unterreichenbach: Ein Waldkindergarten auf Zeit
Demnächst wird es, wie berichtet, in Wolkersdorf einen ersten richtigen Schwabacher Waldkindergarten geben. Die Kita in Unterreichenbach war ebenfalls ein solcher Waldkindergarten, zumindest für zwei Wochen

Thomas Correll

Schwabacher Tagblatt

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

09.05.2018 – Schwabach bekommt wohl einen Waldkindergarten

Schwabach bekommt wohl einen Waldkindergarten

Verein Pusteblume hat zwischen Wolkersdorf und Dietersdorf passendes Grundstück – 09.05.2018 14:51 Uhr

SCHWABACH/DIETERSDORF – Schwabach könnte bald einen staatlich anerkannten “Waldkindergarten” bekommen. Schon jetzt sind viele der 25 Plätze reserviert.

In und von der Natur lernen. Das ist das Ziel der Waldkindergärten. Unser Bild stammt aus Heroldsbach. Als Anlaufpunkt für die Kinder, die so lange wie möglich draußen bleiben sollen, dient ein umgebauter Bauwagen (hier rot im Hintergrund).
In und von der Natur lernen. Das ist das Ziel der Waldkindergärten. Unser Bild stammt aus Heroldsbach. Als Anlaufpunkt für die Kinder, die so lange wie möglich draußen bleiben sollen, dient ein umgebauter Bauwagen (hier rot im Hintergrund). © Foto: Roland Huber
Der Jugendhilfeausschuss hat den Bedarf für 25 Betreuungsplätze anerkannt. Für den Verein “Pusteblume”, der den Waldkindergarten betreiben will, ist das ein weiterer Etappensieg auf dem Weg zur Verwirklichung eines lange gehegten Wunsches.

Der im Vorjahr gegründete Verein hat zwischen Wolkersdorf und Dietersdorf ein Grundstück für den Kindergarten gefunden und ein Konzept erstellt. Obwohl keine Bauten nötig sind – als Anlauf- und Schutzraum für Kinder und Betreuerinnen und Betreuer dient lediglich ein extra langer, rudimentär mit Toiletten, Garderobe und Sitzgelegenheiten ausgestatteter Bauwagen – benötigt der Verein eine Baugenehmigung. Die gibt es noch nicht. Doch Sozialreferent Knut Engelbrecht bezifferte die Chancen auf Umsetzung der Pläne im Jugendhilfeausschuss auf “mehr als 95 Prozent”.

Sponsor hilft bei Grundstück
Cora Weber, Vorstandsmitglied beim Verein Pusteblume, ist sich sogar völlig sicher, dass es im Herbst losgehen kann – so denn die Baugenehmigung kommt. “Wir warten händeringend darauf.” Denn die Eltern und die vorgesehenen Pädagoginnen bräuchten jetzt natürlich Planungssicherheit.

Immerhin: Planungssicherheit gibt es dank eines Sponsors, was das Grundstück angeht. Und Planungssicherheit gibt es auch in Sachen Kooperationspartner. Dank der evangelischen Kirchengemeinde Dietersdorf kann zu Bring- und Holzwecken der Parkplatz des Dietersdorfer Friedhofs genutzt werden. Und für den Fall eines angekündigten Unwetters könnten die Kinder und die Erzieherinnen im Dietersdorfer Gemeindesaal Unterschlupf finden.

Start mit 20 Kindern
Ziel eines Waldkindergartens ist es, dass die Kinder vor ihrer Einschulung so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. In, von und mit der Natur lernen, heißt die Devise. Draußen könnten die kleinen Steppkes ihren Fantasien und ihrem Forscherdrang nachgehen. Gespielt wird mit dem, was in der Natur gefunden wird. Vorgefertigte Lösungen gibt es nicht. Schon aufgrund des wechselnden Wetters soll jeder Tag neue Abenteuer bringen.

Zum Start will die “Pusteblume” noch nicht in die Vollen gehen. Es könnten zwar bis zu 25 Kinder aufgenommen werden, “aber wir werden wohl erst einmal mit etwa 20 Kindern starten”, kündigt Cora Weber an. 17 Voranmeldungen gibt es derzeit, drei bis vier Plätze wären also noch frei.

Einen Waldkindergarten gibt es beispielsweise in Allersberg, in Roth soll ebenfalls einer entstehen.

Robert Gerner

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

06.02.2018 – “Dietersdorf ist auf dem richtigen Weg!”

“Dietersdorf ist auf dem richtigen Weg!”

Neujahrsempfang des Gewerbes Dietersdorf mit Referat von Landjugendpfarrer Gerhard Schleier zur Dorfentwicklung – 06.02.2018 15:30 Uhr

DIETERSDORF – Beim Neujahrsempfang des Gewerbes Dietersdorf erklärte dessen Vorsitzender Marcus Oppek: “Vieles haben wir zusammen auf die Beine gestellt.” Landjugendpfarrer Gerhard Schleier aus Pappenheim referierte beim Empfang über die Dorfentwicklung. Dabei verglich er die dörflichen Strukturen von früher und heute, die gegensätzliche Entwicklungen aufzeigen: Landflucht versus Landidylle – die einen gehen aus beruflichen Gründen, während die anderen kommen, um die Ruhe zu genießen.

Neujahrsempfang des Gewerbes Dietersdorf im Gemeindehaus des Schwabacher Stadtteils.© Foto: Waldmüller

Die dörflichen Strukturen speziell im Osten Deutschlands verwaisen, so Schleier. Wenn aber eine Kommune in weniger als 20 Entfernungsminuten von der Stadt liege, dann profitieren die Gemeinden von einem Zuzug. Die Stadtnähe mit ihrer Infrastruktur und zugleich die Geborgenheit auf dem Land seien der Schlüssel für Wachstum.

Weiterhin sei es für die Menschen ein wichtiger Faktor, wenn dörfliche Strukturen, wie Kirche, Vereine oder Gemeinschaften, erkenn- und durchschaubar seien.

Als Fazit merkte Schleier an: “Aktive Bürger sorgen für sozialen Frieden und somit für eine gesunde Bürgergesellschaft. Die Menschen selbst sind begeistert und reißen andere mit zum aktiven Dorfleben.”

Zum Wohlfühlen
Bürgermeister Dr. Thomas Donhauser erklärte, dass sich im Ortsteil Dietersdorf in den letzten Jahren sehr viel getan habe. Allein die Gestaltung der neuen Dorfmitte trage zum Wohlfühlen bei. Donhauser nutzte den Empfang, um sich bei den Dietersdorfen für ihr Engagement zu bedanken.

Bei gemeinsamen Gesprächen zum Thema des Referats wurde über die vorhandenen Strukturen diskutiert. Die Anwesenden nahmen Impulse und Ideen mit nach Hause: “Wir sind auf dem richtigen Weg!”

KLAUS WALDMÜLLER

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

27.01.2018 – Feuerwehr: Sein Freund und Integrationshelfer

Feuerwehr: Sein Freund und Integrationshelfer

FFW in Dietersdorf bekommt mit Shadi Al Husni Verstärkung aus Syrien – 27.01.2018 06:00 Uhr

DIETERSDORF – Die Freiwillige Feuerwehr Dietersdorf hat einem jungen Mann aus Syrien den Einstieg in das gesellschaftliche und dörfliche Leben erleichtert. Integration ist für die Wehrmänner und -frauen kein Diskussionsthema. “Wir leben es einfach”, lautet ihre Antwort.

Feuerwehrkommandant Sebastian Haußmann (li.) und Vereinsvorsitzender Gerhard Pfaffenritter (re.) heißen die beiden Neumitglieder Thomas Tropp (2. v. li.) und Shadi Al Husni (2. v. re.) willkommen.© Foto: Waldmüller

Bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dietersdorf wurden den alteingesessenen Feuerwehrlern zwei neue Mitglieder vorgestellt. Dabei handelte es sich um den aus Franken stammende Thomas Tropp und den aus Syrien kommenden Shadi Al Husni.

Beide sind verheiratet, haben je zwei Kinder und leben im Stadtteil Dietersdorf. Beide wollen aktiv am Leben in dem Stadtteil und bei der Feuerwehr teilhaben und mithelfen.

Da bietet sich die Mitgliedschaft in einem Verein gut an. Nachdem die Interessen beider Männer sich eher im technischen Bereich bewegen, lag der Wunsch, zur Feuerwehr zu gehen, nahe.

Dort erlebten sie eine herzliche Aufnahme, sie wurden mit offenen Armen empfangen. Zum einen, weil die Feuerwehr generell Probleme mit der Nachwuchsgewinnung hat, und zum anderen, weil die Dietersdorfer Wehr offen für alle aktiven Menschen ist.

International aufgestellt

“Nationalitäten spielen bei uns keine Rolle”, erklärte Kommandant Sebastian Haußmann. “Jetzt können wir sagen, dass wir international agieren und die Sprache war auch kein Problem: Tropp beherrscht fließend Fränkisch und Al Husni kann Hochdeutsch mit einem leicht arabisch-fränkischen Akzent.” Für die Feuerwehr seien beide Neuzugänge ein Gewinn, zumal beide Männer auch noch in technischen Berufen tätig sind.

Auf die Frage, wie Al Husni zur Uniform steht, lächelte dieser und merkte an, dass es sich dabei um eine Schutzkleidung handle und die Ausgehuniform sehr schön aussehe. Al Husni jedenfalls kann es kaum erwarten, bis diese geliefert wird.

 

Und was denken die anderen Feuerwehrmänner und -frauen von der Dietersdorfer Wehr? “Wir sind stolz, dass die beiden uns ihr Vertrauen geschenkt haben”, kam es unisono aus der Mannschaft. Die menschliche Beziehungsebene passe, Sprachprobleme gebe es keine und das Fachwissen sei erlernbar. “Schließlich haben wir alles auch erst lernen müssen”, so die Dietersdorfer Wehrleute.

“Einer für alle, alle für einen”
Dann kann es losgehen mit der Verstärkung. Schließlich werden auch in diesem Jahr auf die Freiwillige Feuerwehr Dietersdorf wieder Einsätze vielfältiger Art zukommen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt. Getreu dem Motto: “Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. Einer für alle, alle für einen.”

KLAUS WALDMÜLLER

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.

24.01.2018 – “Ein Glücksfall”: Neue Heimat für alte Obstsorten

“Ein Glücksfall”: Neue Heimat für alte Obstsorten

Am Dietersdorfer Ortsrand wurde Schwabachs größte neue Streuobstwiese seit Jahrzehnten angelegt — Waldaufforstung im Herbst – 24.01.2018 13:30 Uhr

DIETERSDORF – Montagmittag am Eckershofer Weg, am nördlichen Ortsrand von Dietersdorf. Es ist kalt und es schneit. Ein Fototermin, der denkbar ungemütlichen Art. Und doch sind Günter Grimm und Andreas Barthel vom Schwabacher Landschaftspflegeverband (LPV) bester Dinge.

Zur Erklärung hat Günter Grimm (links) einige der selten Apfelsorten mitgebracht. Auf 1,2 Hektar wurden 60 neue Bäume gepflanzt: eine Ausgleichsfläche für den B2-Ausbau bei Wernsbach. Grimm hat die meistern der Bäume selbst gezogen. Neben ihm Gärtnermeister Johannes Staedtke vom Staatlichen Bauamt Nürnberg, Andreas Bartel vom Landschaftspflegeverband und Lutz Engelhard, ebenfalls vom Staatlichen Bauamt.© Foto: Wilhelm

“Diese Fläche ist ein einmaliger Glücksfall”, sagt Günter Grimm, “ein Reservat für Dinosaurier”. Nur heißen die nicht Stegosaurus oder Tyrannosaurus Rex, sondern Weißer Astrachan, Welschisner, Roter Eiser oder – ganz regional – Leipersloher Birne. Und ausgestorben sind sie auch nicht. Noch nicht.

“Von einigen alten Obstsorten gibt es in Schwabach und Umgebung zum Teil nur noch zwei oder drei Bäume”, erklärt Günter Grimm. Doch nun sind es wieder mehr.

Denn in Dietersdorf ist im Herbst auf einem bisherigen Acker eine neue Streuobstwiese angelegt worden. “Das ist die größte neue Streuobstwiese, die in Schwabach seit Jahrzehnten gepflanzt worden ist”, freut sich Andreas Barthel, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands.

60 neue Bäume alter Sorten bilden hier ein neues Biotop: Zwetschgen und Kirschen, Nussbäume und Quitten. Der Schwerpunkt aber liegt auf Äpfeln und Birnen.

Ökologischer Ausgleich für B2
“Wir schaffen hier eine ökologische Ausgleichsfläche für den B2-Ausbau bei Wernsbach im Landkreis Roth”, erläutert Lutz Engelhardt, der beim Staatlichen Bauamt Nürnberg die Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege leitet. Er hat den Landschaftspflegeverband mit der Pflege der Wiese beauftragt.

Die 1,2 Hektar große Streuobstwiese ist sogar nur der erste Schritt. “Im kommenden Herbst werden wir in der Verlängerung der Wiese drei Hektar Mischwald anpflanzen”, fährt Engelhardt fort. Hinzu kommt, dass die Wiese von einem Landwirt extensiv gepflegt wird, ohne Einsatz mineralischen Düngers. “Das wird hier ein Lebensraum für 3000 bis 5000 Pflanzen und Tiere”, ist Andreas Barthel überzeugt. “Streuobstwiesen sind besonders artenreich.”

Den Anfang machen 20 verschiedene Baumarten. “Von jeder Art höchstens drei, das ist eine bunte Mischung”, sagt Günter Grimm. “Von vielen ist nicht einmal mehr der Name bekannt.” Dafür weiß der frühere Biologielehrer am Adam-Kraft-Gymnasium und jetzige stellvertretende Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes umso genauer, wie man mit ihnen umgeht und sie letztlich rettet.

Günter Grimms Passion
Rund 50 der 60 Bäume hat er mit Reisern der Mutterbäume selbst gezogen. Dafür hat die Stadtgärtnerei dem Bund Naturschutz eine kleine Pflanzfläche zur Verfügung gestellt. “Das ist ein Hobby von mir”, sagt Günter Grimm, wird aber sofort von Andreas Barthel lächelnd korrigiert: “Das ist schon mehr eine Passion.”

Ein Kulturgut
Bereits 2009 hatte der BN ein Projekt gestartet, um alte Obstsorten zunächst zu kartieren und dauerhaft zu erhalten. “Auf Flächen wie jetzt in Dietersdorf ist das möglich, ohne zu fragen, ob das Obst dem heutigen Geschmack entspricht oder die Pflanzung wirtschaftlich Sinn macht”, sagt Grimm. Ökologisch sinnvoll ist sie in jedem Fall. Alte Obstbaumsorten können wichtiges Genpotential für weitere Züchtungen sein.

Und ein Kulturgut sind sie auch. Die “Leipersloher Birne” etwa ist ein schönes Beispiel einer “sehr kleinräumig” vorkommenden Sorte. “Früher hat es sie in Leipersloh oder auch in Kapsdorf und Barthelmesaurach auf jedem Bauernhof gegeben”, erklärt Günter Grimm. “Heute ist sie fast verschwunden.”

“Stopfer mit Hutzel”
Bis etwa 1950 diente eigenes Obst noch als wichtiges Nahrungsmittel, als Vitaminversorgung im Winter. Beliebt waren zum Beispiel die “Hutzel”, wie gedörrte Birnen genannt wurden. “Stopfer mit Hutzel war ein häufiges Gericht”, berichtet Grimm.

Jede Birnenart hat ihre Stärken. Die widerstandsfähige Sußbirne ist “hervorragend für Edelbrände”, erklärt Grimm. Die Aarer Pfundbirne wird besonders schwer. “Zwar kein Pfund, aber doch bis 350 Gramm.”

Erste Ernte in zehn Jahren
Und wann gibt es die erste Ernte? Grimm schmunzelt. “Naja, einzelne Äpfel vielleicht in drei Jahren, aber eine richtige Ernte in etwa zehn.”

Bei der Baumzucht ist Geduld gefragt. Dafür haben die alten Sorten in Dietersdorf eine geschützte Zukunft. “Birnbäume”, sagt Günter Grimm, “werden bis zu 250 Jahre alt”.

GÜNTHER WILHELM

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.