Die Seele berührt

Kantorei sang in Dietersdorf sieben Passions-Kantaten – 23.03.2013 08:24 Uhr

DIETERSDORF – „Ein leichtes Werk, das die Seele berührt.“ So beschreibt Kirchenmusikdirektor Klaus Peschik die sieben Passionskantaten des dänisch-deutschen Barockkomponisten Dieterich Buxtehude. „Membra Jesu Nostri“ oder mit vollem Titel „Membra Jesu nostri patientis sanctissima“ heißt übersetzt „Die allerheiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesus“.

Gastspiel in Dietersdorf: Die Sängerinnen und Sänger der Schwabacher Kantorei.

Die Schwabacher Kantorei hat die Kantaten unter der Leitung von Klaus Peschik in der evangelischen Kirche Dietersdorfs aufgeführt.

Buxtehudes Zyklus ist für Chor, Solo-Sänger und Instrumente geschrieben. Peschik hatte für seinen Chor kompetente Ergänzung engagiert. Das „Concerto Barokko“ aus Fürth, die Schwabacher Sopranistin Corinna Schreiter, die Alt-Stimme Karin Steer, Tenor Dietrich Wrase sowie sein Bass-Kollege Andreas Czerney machten das Ensemble komplett. Etwa 200 Zuhörer erlebten einen lebendigen Chor, der blendend mit den Gästen harmonierte.

Musikalisch haben die Gesangsstücke einen regelmäßigen Aufbau. Einer instrumentalen Einleitung folgt im Concerto ein Bibelwort. Drei musikalisch ähnliche Arien, meist zwei Soli und ein Terzett, bilden den Hauptteil, ehe das Concerto wiederholt wird. Die Membra Jesu nostri sind Musterbeispiele der hochbarocken „Concerto-Aria-Kantate“. Hervorzuheben ist sowohl ihre formale Geschlossenheit als auch ihre starke Expressivität. Es gehört dank zahlreicher Einspielungen zu den bekannteren Schöpfungen der Kirchenmusik.

ROBERT SCHMITT

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.