In Dietersdorf feiern Franken und Kenia gemeinsam

Vielseitiges Crossover: Die evangelischen Gemeinden Dietersdorf und Wolkersdorf haben Integration gelebt – 28.09.2016 06:03 Uhr

SCHWABACH – DIETERSDORF — Crossover und Gemeindefest – wie passt das zusammen? Ganz einfach: Zwei Feste werden miteinander vermischt und gehen ineinander über. In diesem Fall haben die evangelischen Kirchengemeinden Dietersdorf und Wolkersdorf ihr Fest miteinander gefeiert und dabei die afrikanische und eine fränkische Kultur einander nahe gebracht.

Crossover war somit das Thema des Gemeindefestes. Dabei ging es um ein Hin und Her von verschiedenen Kulturen, Geschmäckern und Gedanken: afrikanischer und deutscher Gottesdienst, fränkischer Posaunenchor und afrikanische Trommeln, Bratwurst und Pilau sowie Kangas und Dirndl.
Pfarrerin Renate Schindelbauer zelebrierte mit der kenianischen Pfarrerin Dr. Margaret Obaga den Gottesdienst. Die beiden Pfarrerinnen stellten fest, dass es auch in der Bibel bereits ein Crossover gab: Gott schickte seinen Sohn Jesus auf die Erde, um die beiden Welten zu verschmelzen.

Mut zur Integration

„Der Mut, etwas zu tun, ist die Basis vertrauten Handelns“, so die beiden Pfarrerinnen. Dabei entdecken Menschen, dass verschiedene Kulturen gar nicht so weit von einander entfernt sind. Der Mut zu Handeln sei eine gute Basis für gelebte Integration.
Die afrikanischen Trommeln gaben den Rhythmus beim Gottesdienst vor und der Posaunenchor übernahm diese und spielte weiter. Kinder der Christophorus-Kindertagesstätte trommelten zu den Klängen des Chores „Coloured Voices“.

Crossover gab es auch beim gemeinsamen Mittagsmahl. Bratwurst und Steak gab es zusammen mit Pilau, fränkische Hausmannskost traf auf vegetarische Gerichte und kenianische Schmankerl. Zusammen ergab das ein buntes und leckeres Büfett, das richtig Appetit machte.

Mit dem Wetter hatten die Veranstalter des Gemeindefestes richtig Glück. An einem so tollen Altweibersommertag machte das Feiern im Freien richtigen Spaß. Den spürten auch die Teilnehmer beim Trommelworkshop mit William Obaga und jungen Tansanierinnen, die in Deutschland ein Freiwilligenjahr leisteten.

Crossover – in diesem Fall die Vermischung von Elementen verschiedener Moderichtungen – fand auch beim Kanga-Workshop statt. Das Einkleiden mit großen bunten Tüchern weckte bei den Teilnehmern vielfältige Ideen und passte gut zum Dirndldesign.
Als Ausklang des Crossover-Gemeindefestes gab die „Neue Nürnberger Ratsmusik“ ein kleines Abschlusskonzert und spielte dabei auf historischen Instrumenten. Die Fotoausstellung „EinBlick“ von Studenten der Evangelischen Hochschule Nürnberg präsentierte Fotos und Interviews mit Menschen, die Obdachlosigkeit erfahren haben.

KLAUS WALDMÜLLER

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.