Weibliche Premiere

Renate Schindelbauer neue Pfarrerin in Dietersdorf – 29.09.2009

DIETERSDORF – Nach neunmonatiger Vakanz ist die evangelische Pfarrstelle in Schwabach-Dietersdorf wieder besetzt. Erstmalig in der Dietersdorfer Kirchengeschichte wurde eine Frau in den Pfarrdienst berufen. Renate Schindelbauer wurde während eines feierlich-familiären Festgottesdienstes in ihr Amt eingeführt. Neu ist, dass die Pfarrstelle nur noch zu 50 Prozent ausgeschrieben und besetzt wurde.

Die neue und erste Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirche Schwabach-Dietersdorf, Renate Schindelbauer, verteilte bei ihrer Amtseinführung Brot und Trauben an die Kirchenbesucher.

«Que sera sera»: Singend erklomm Pfarrerin Renate Schindelbauer die Kanzel. Das Lied von Doris Day auf den Lippen, ein strahlendes Gesicht mit roten Backen und sprühend voller Lebensfreude – so stand die Pfarrerin erstmals vor ihrer neuen Kirchengemeinde. Diese Lebensfreude spürten auch die Menschen in der Gemeinde.

Die gebürtige Nürnbergerin wuchs in Gerasmühle auf und ging in Eibach zur Schule. Nach ihrem Theologiestudium waren vielfältige Pfarrstationen in Zürich, Heidelberg, Altenkunstadt, Kleintettau, Bruckberg und Buchheim auf dem Reiseplan der Theologin. Und nun ist sie in Dietersdorf angekommen. Mit dabei ihr Mann und ihre zwei Töchter.

Der Kirchenvorstand und die Kirchengemeinde bereiteten zur Amtseinführung einen familiären Festgottesdienst vor. «Ja, es brennt wieder Licht im Dietersdorfer Pfarrhaus», so Pfarrer Christian Stuhlfauth, der in der Vakanz die beiden Kirchengemeinden Wolkersdorf und Dietersdorf begleitete und ein Stück weit zusammenführte, «und das ist auch gut so». Auch wenn die Stelle nur noch zu 50 Prozent besetzt wurde.

«Dies war die notwendige und logische Umsetzung eines Dekanatsbeschlusses», erklärte Dekan Klaus Stiegler in seiner Festansprache. Zu gut konnte er sich noch an die Diskussion an der Dietersdorfer Brücke erinnern, bei der er verständlicherweise die Emotionen der Dietersdorfer zu spüren bekam. Veränderungen seien nun einmal notwendig. «Ich habe großen Respekt vor den beiden Kirchenvorständen Dietersdorf und Wolkersdorf, die einen wesentlichen Teil zur Zusammenführung der beiden Kirchengemeinden beigetragen haben. Das Ziel ist nun mal, eine Kirchengemeinde zu werden», so Stiegler.

Lehrerin in Waldorfschule

Neben ihrer halben Pfarrstelle leistet Pfarrerin Renate Schindelbauer 50 Prozent Schuldienst in der Wendelsteiner Waldorfschule. Dennoch ist sie mit ganzem Herzen Pfarrerin. «Achtet Sie und nehmt Sie in eurer Mitte auf», appellierte Stiegler.

Anschließend verlas Pfarrer Johannes Arendt, Pfarrer in Georgensgmünd, die Ernennungsurkunde und mit dem Segen von Dekan Klaus Stiegler wurde Pfarrerin Renate Schindelbauer feierlich in ihr neues Amt eingeführt.

In ihrer Predigt stellte sie das Thema Veränderungen dar: «Que sera sera – was kommen wird, wird kommen!» Die Lebensfreude als Kontrapunkt zur Angst. Dabei stellte Schindelbauer drei Lösungen aus dem Leben Jesu dar. Erstens, «Zeit nehmen», zweitens «sich dem Menschen zuwenden» und drittens «Staunen und über die Sorgen hinaussehen».

Die Lebensfreude von Pfarrerin Renate Schindelbauer spiegelte sich auch in ihren Predigtworten wieder, die sie in eine bildliche und lebendige Sprache einpackte. Gleichzeitig bewies sie, dass diese Lebensfreude von ihr auch gelebt und nicht nur theoretisiert wird. Kurzerhand nahm sie zusammen mit den Mitgliedern des Kirchenvorstandes Brot und Weintrauben und verteilte diese an alle Menschen, die dem Festgottesdienst zur Amtseinführung beiwohnten.

Eine Vielzahl von Grußworten folgten am Ende des Gottesdienstes von kirchlicher Seite, der Stadt Schwabach, von Vereinen und der Zwieseltalschule. Musikalische Grußtöne überbrachten der Posaunenchor Dietersdorf, Organist Richard Pförtsch, Hans Seebauer mit Elisabeth Hübner, Laura Spiller und Simone Höflich mit selbst komponierten Liedern sowie die Bambinigruppe der Zwieseltalschule.

KLAUS WALDMÜLLER

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.