In den Herzen verewigt

Pfarrer Walter Dummert verlässt Dietersdorf – 22.12.2008

DIETERSDORF (KWA) – Nach 25-jähriger Amtszeit in Dietersdorf geht Pfarrer Walter Dummert zum Jahresende in den Ruhestand. Bei seinem Verabschiedungsgottesdienst legte er mehr Wert auf die Verkündigung des Evangeliums als auf ein Zurückblicken seiner Person. Als letzter Vollzeitpfarrer hinterlässt Dummert eine intakte Kirchengemeinde sowie voll renovierte Kirchen- und Pfarrgebäude. Nach einer halbjährigen Vakanz wird die neue, dann halbe Pfarrstelle wieder besetzt werden.

Pfarrer Walter Dummert (l.) erhielt zum Abschied vom Kirchenvorstand ein Gemälde seiner letzten Wirkungsstätte. «Dies ist der Blick vom Pfarrhaus auf die evangelische Georgskirche, den Pfarrer Dummert in den letzten 25 Jahren genießen konnte, und der soll erhalten bleiben», so Harald Hecker (r.), Vertrauensmann des Kirchenvorstandes.

Auf dem Weg durch das Zwieseltal stand die Georgskirche majestätisch im Tal, hatte ein weißes Schneemäntelchen angezogen, links von ihr strahlte die Sonne, rechts von ihr war der Mond noch am blauen Himmel sichtbar, ein paar weiße Schleierwolken rundeten das Bild am Himmel ab: Ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Die Georgskirche dann war bis auf den letzten Platz voll besetzt. Ein imposantes Bild, das die «vertraute Gemeinschaft», so sprach Pfarrer Dummert die Kirchenbesucher und Gäste an, gab.

Pfarrer Walter Dummert ist mit seinen 25 Jahren Pfarramtswirken der am längsten dienstleistende Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dietersdorf. «Welche Erwartungshaltung haben Sie bei meinem Abschied?» Mit dieser Frage begann Dummert seine Predigt und hatte auch gleich ein paar Antworten parat, wie «die Geschichte meiner Dienstzeit» oder «ein letzter deutlicher Ratschlag» oder «was ich schon immer sagen wollte». Doch keines dieser Themen kam.

«Ich habe mich für einen Predigttext von Johannes dem Täufer als Wegweiser des Herrn und Aushängeschild der Pfarrerszunft entschieden», erläuterte Dummert ein letztes Mal von der Kanzel.

Für ihn als Theologen und Gemeindepfarrer standen immer die Freude und der Erfolg am Dienst an den Menschen im Vordergrund. «Denn die offenen Augen und Herzen der Menschen waren für mich als Pfarrer eine dankbare Erfahrung aus der Predigt und der Zugewinn des Glaubens», so Dummert in seinen Predigtworten.

Dekan Klaus Stiegler überreichte Pfarrer Dummert anschließend die Ruhestandsurkunde und verabschiedete ihn mit einem persönlichen Segenswunsch aus dem aktiven Dienst. «Dummert ist vom ersten Tag an ein Prediger und Seelsorger mit Leib und Seele gewesen, der mit den Menschen vertraut ist», erklärte Stiegler. «Es ist sicher nicht leicht, nach 25 Jahren Leben und Wirken in Dietersdorf einen solchen Einschnitt im Lebensweg eines Pfarrers und seiner Familie hinzunehmen und den Ort seiner Wirkstätte zu verlassen», so Stiegler weiter.

Pfarrer Dummert verlässt die Pfarrgemeinde und zieht mit seiner Familie nach Neuendettelsau, wo er sei- ne Ruhestandszeit genießen wird. Gleichzeitig macht er den Weg für die Pfarramtsnachfolge in Dietersdorf frei, die künftig als eine halbe Stelle ausgeschrieben wird, da die evangelische Kirchengemeinde Wolkersdorf und Dietersdorf zusammen nur noch mit eineinhalb Stellen besetzt werden. «Die Reduzierung um eine halbe Stelle war notwendig», so Dekan Stiegler, er sehe aber auch ein positives Zukunftsbild sowie eine Weiterentwicklung eines gemeinsamen Weges für beide Kirchengemeinden. Großen Respekt zollte Stiegler dabei dem Kirchenvorstand Dietersdorf für die offenen Gespräche und Ideen.

Pfarrer Walter Dummert hat sich nicht nur im Chorgestühl der Georgskirche, sondern auch in den Herzen der Menschen verewigt. Dies wurde bei den zahlreichen Reden der Gäste aus den Kirchen beider Konfessionen, der Kommunalpolitik, der Schule und den Vereinen beim Empfang im Gemeindehaus deutlich.

Dort kam neben dem Pfarrer, Theologen und auch kirchlichen Bauherrn der Mensch Walter Dummert ans Tageslicht, der in der aktiven und lebendigen Gemeinde tiefe Spuren hinterlässt, welche die große Verbundenheit zu den Menschen widerspiegeln. «Pfarrer Dummert wie auch seine Gattin waren in der Gemeinde immer präsent», war überall zu vernehmen. Auch die Vielzahl der persönlichen Geschenke zeigte die Verbindungen des Pfarrers zu den Menschen auf, die sich in 25 Jahren gebildet hatten. Doch nun ist die Zeit vorbei. Aus dem lachenden und weinenden Auge Dummerts wurden schnell zwei weinende, die aus dem Theologen einen Menschen machten, wie ihn nur wenige kannten.

Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwabacher Tagblatt.